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Baby schreit nachts: Die Gründe je nach Alter und was ihr tun könnt

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 4 Minuten6 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Die Gründe nach Alter
  2. Was nachts hilft
  3. Die Sache mit dem Durchschlafen
  4. Panisches Schreien im Schlaf
  5. Wann nachts in die Praxis oder zum Notruf
  6. Für euch
  7. Häufige Fragen

Wenn eure Nerven blank liegen: Baby sicher ablegen, Raum verlassen, durchatmen – Elterntelefon 0800 111 0 550. Warnzeichen wie Fieber unter drei Monaten, Atemnot oder Trinkverweigerung: Warnzeichen-Check, im Notfall 112.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neugeborene schreien nachts vor allem aus Hunger und weil sie Tag und Nacht noch nicht unterscheiden – das pendelt sich bis zum dritten Monat ein.
  • Ab vier Monaten wachen Babys zwischen den Schlafzyklen auf und schreien, wenn sie nicht allein wieder einschlafen können; ab sechs Monaten kommen Zahnen und Trennungsangst dazu.
  • Nachts gilt: dunkel lassen, leise, nicht spielen, kurz versorgen, zurücklegen. Schreien lassen hilft Säuglingen nicht.
  • Panisches Schreien beim Kleinkind, nicht ansprechbar, ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen: Nachtschreck – nicht wecken.
  • Fieber unter drei Monaten, Atemnot, Trinkverweigerung oder ein schrilles, ungewohntes Schreien sind nachts ein Fall für Bereitschaftsdienst 116 117 oder 112.

Die Gründe nach Alter

0–3 Monate
Hunger (Magen fasst wenig, alle zwei bis vier Stunden), Tag-Nacht-Rhythmus fehlt noch, nasse Windel, zu warm oder zu kalt, und die Schreiphase des Abends zieht sich in die Nacht. Normal: zwei bis vier Mal nachts wach.
4–6 Monate
Der Schlaf wird in Zyklen von etwa 50 Minuten organisiert; am Ende jedes Zyklus wacht das Baby kurz auf. Wer nur auf dem Arm oder an der Brust einschlafen kann, braucht nachts genau das wieder – und schreit, bis es kommt. Dazu die „4-Monats-Regression“: viele Babys schlafen in dieser Zeit schlechter als vorher.
6–12 Monate
Zahnen (die ersten Zähne kommen um den sechsten Monat), Beikost und Bauch, Trennungsangst (ab etwa acht Monaten merkt das Baby, dass ihr weg seid), Infekte, die sich nachts verschlimmern – Kinderärzte im Netz beschreiben, warum Ohrenschmerzen und Fieber nachts stärker spürbar sind.
1–3 Jahre
Träume, Nachtschreck, Trotz und Autonomie („will nicht allein“), zu spätes Zubettgehen, Umzug ins eigene Zimmer, Geschwister. Siehe Kleinkind schreit nachts.

Was nachts hilft

  1. Kurz warten, bevor ihr eingreift – 30 bis 60 Sekunden. Viele Babys jammern zwischen zwei Schlafzyklen und schlafen weiter, wenn niemand das Licht anmacht.
  2. Dunkel und leise bleiben. Kein Deckenlicht, kein Reden in normaler Lautstärke, kein Spielen. Die Nacht soll langweilig sein.
  3. Versorgen, nicht unterhalten: Stillen oder Flasche, Windel nur wenn voll oder Stuhl, zurücklegen.
  4. Hand auf den Bauch, Summen, Rauschen – bevor ihr hochnehmt. Hochnehmen ist nicht verboten, aber die kleinere Hilfe zuerst.
  5. Beistellbett oder Bett im Elternschlafzimmer im ersten Jahr: Die BZgA empfiehlt es für den sicheren Schlaf, und es verkürzt eure Wege.
  6. Gleiche Einschlafhilfe wie am Abend – wer abends mit Rauschen einschläft, bekommt nachts Rauschen, nicht plötzlich den Arm.

Die BZgA beantwortet die Frage „Soll ich mein Baby nachts schreien lassen?“ mit Nein: Babys in den ersten Monaten können nicht allein aus einem Erregungszustand heraus; sie brauchen Trost – Streicheln, leise sprechen, Nähe. Das hat nichts mit Verwöhnen zu tun.

Die Sache mit dem Durchschlafen

„Durchschlafen“ heißt in der Schlafforschung sechs Stunden am Stück – und das schaffen mit einem halben Jahr längst nicht alle Babys, mit einem Jahr viele immer noch nicht jede Nacht. Nächtliches Aufwachen ist bis ins zweite Jahr normal; entscheidend ist, ob das Kind wieder einschlafen kann. Wie ihr das unterstützt, ohne schreien zu lassen, steht unter Durchschlafen und allein einschlafen.

Panisches Schreien im Schlaf

Schreit euer Kind ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen panisch, hat die Augen offen, erkennt euch nicht und lässt sich nicht beruhigen – und erinnert sich morgens an nichts? Das ist ein Nachtschreck (Pavor nocturnus), typisch zwischen zwei und sieben Jahren, bei etwa 3 bis 6 Prozent der Kinder. Nicht wecken, Sicherheit geben, es geht in fünf bis fünfzehn Minuten vorbei. Alles dazu unter Nachtschreck.

Wann nachts in die Praxis oder zum Notruf

  • Fieber ab 38 °C bei einem Baby unter drei Monaten – sofort, nicht bis zum Morgen warten.
  • Atemnot, Stöhnen, blaue Lippen, Krampf: 112.
  • Schrilles, wimmerndes oder ungewohnt hohes Schreien, das durch nichts zu beruhigen ist, schlaffes oder apathisches Baby, Erbrechen im Schwall, vorgewölbte Fontanelle: Bereitschaftsdienst 116 117 oder Kinderklinik.
  • Unsicher? Warnzeichen-Check – und im Zweifel anrufen. Nachts ruft niemand zu oft an.

Für euch

Nächtliches Schreien zehrt mehr als alles andere. Teilt die Nacht auf (erste Hälfte, zweite Hälfte), schlaft tagsüber nach, wenn das Baby schläft, und nehmt Hilfe an – Großeltern, die eine Nacht übernehmen, sind kein Versagen. Und wenn ihr nachts merkt, dass die Wut kommt: Baby ins Bett, Tür zu, zwei Minuten, Elterntelefon. Alles dazu unter Hilfe bei Überforderung.

Häufige Fragen

Warum schreit mein Baby nachts plötzlich wieder, obwohl es schon durchgeschlafen hat?

Typisch um den vierten Monat (Schlafzyklen stellen sich um), beim Zahnen, bei Infekten, ab acht Monaten durch Trennungsangst und bei jedem Entwicklungssprung. Meist eine Phase von ein bis drei Wochen.

Soll ich mein Baby nachts schreien lassen, damit es Durchschlafen lernt?

Nein, sagt die BZgA – Säuglinge können nicht allein aus der Erregung heraus. Sanfte Schlafbegleitung ab dem zweiten Halbjahr ist etwas anderes als Schreienlassen: Ihr bleibt da, reduziert nur die Hilfe schrittweise.

Wie oft nachts wach ist normal?

Neugeborene zwei- bis viermal zum Trinken, mit sechs Monaten ein- bis zweimal, mit einem Jahr wachen viele Kinder noch einmal auf. Durchschlafen (sechs Stunden) ist mit einem Jahr nicht die Regel, sondern ein Glücksfall.

Mein Baby schreit nachts und ist nicht wach – was ist das?

Weinen zwischen zwei Schlafzyklen oder, beim Kleinkind, ein Nachtschreck. Nicht wecken, Hand auflegen, leise summen, Sicherheit geben. Mehr unter „Weinen im Schlaf“ und „Nachtschreck“.

Quellen

  1. BZgA/BIÖG kindergesundheit-info.de: Mein Baby weint nachts – soll ich es schreien lassen? – https://www.kindergesundheit-info.de/themen/faq/mein-baby-weint-nachts-soll-ich-es-schreien-lassen/ (abgerufen 10.10.2026)
  2. BZgA/BIÖG kindergesundheit-info.de: Schlafprobleme bei Babys – https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/schlafprobleme/schlafprobleme-baby/ (abgerufen 10.10.2026)
  3. BZgA/BIÖG kindergesundheit-info.de: Schlafen – Schlafbedarf, Rhythmus, sicherer Schlaf – https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/ (abgerufen 10.10.2026)
  4. Kinderärzte im Netz (BVKJ): Viele Kinderkrankheiten verschlimmern sich in der Nacht – Fieber, Warnzeichen – https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/viele-kinderkrankheiten-verschlimmern-sich-in-der-nacht/ (abgerufen 10.10.2026)
  5. Kinderärzte im Netz (BVKJ): Nachtschreck – Kind festhalten und leise sprechen – https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/nachtschreck-kind-festhalten-und-leise-sprechen/ (abgerufen 10.10.2026)
  6. Nationales Zentrum Frühe Hilfen: Babyschreien und Schütteltrauma – Fachthema – https://www.fruehehilfen.de/grundlagen-und-fachthemen/fachthemen/babyschreien-und-schuetteltrauma/ (abgerufen 10.10.2026)
Jana Kühnler, Mutter von zwei Kindern, Autorin der „Schreibaby-Gebrauchsanweisung“. Erstmals veröffentlicht im Juni 2016, vollständig neu geschrieben und von der Redaktion gegen die genannten Quellen geprüft am 10.10.2026. Erfahrung und Information, keine ärztliche Beratung – bei Warnzeichen in die Praxis.

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